Wie sehr man es vermisst hat, merkt man ja erst, wenn man endlich wieder da ist. Im vergangenen Sommer musste ich den alljährlichen Besuch im Olivenhain ausfallen lassen. In diesem Jahr zwingt mich zum Glück die Taufe des Patenkindes und der große Geburtstag der Freundin gen Süden.
Der Flug geht nach Venedig. Wie immer bin ich völlig fasziniert vom Anblick der Alpen bei der Überfliegung. Und wie immer bin ich grenzenlos genervt von der furchtbaren Fluglinie easyjet – aber das nur am Rande. Ich habe Glück und bekomme am Flughafen tatsächlich den gewünschten Fiat 500. Fährt sich gut, die Kugel. Aber das eigentlich Wunderbare an solch einer Autofahrt durch Italien ist ja, dass man das Fenster aufmacht, die Musik aufdreht, laut mitsingt und sich auf der Autobahn auch von Dränglern nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Das Herz geht mir persönlich allerdings erst so richtig auf, wenn die Höhe des Gardasees erreicht ist – also von Süden kommend. Als ich das letzte Mal nach Arco fuhr, kam ich mit dem Auto aus Bayern – da ist die ganze Strecke eine Augenweise. Diesmal aber Anreise aus Venedig. Ausfahrt Rovereto und das Paradies ist da. Oleander blühen am Straßenrand. Weinberge entlang der Strecke. Das aktuelle Lieblingslied in den Lautsprechern. Und dann liegt da plötzlich der See vor einem. Angekommen. Endlich angekommen.
Auch wenn ich von Arco aus fast nie tatsächlich ans Ufer des Gardasees fahre – das Wissen um seine Anwesenheit liegt hinter den Weinbergen, den Olivenbäumen, den Häusern, den Bergen und dem ersten Eis in der Stadt.
Dann die steile, schmale Anfahrt zum „Anwesen“ der Freundin – mitten durch den Olivenhain. Nach wie vor eine meiner liebsten Straßen. Oben zirpen die Zikaden, ein lauer Wind weht. Alle schlafen. Es ist Mittagszeit. Und ich bin da. Endlich. Wieder. Da.















