Flugstunden

Wenn nur das Reisen nicht wäre. Anreisen, abreisen, hin- und herreisen. Es nervt. Klar, im Grunde ist es so, man steigt zu Hause in den Flieger und ist einen Tag später in Neuseeland. Oder umgekehrt. Aber dieser eine Tag kommt einem doch vor wie 20. Man sieht drei bis fünf Filme pro Flug (was im Grunde ganz positiv ist, nur meist erinnert man sich am Ende an nichts mehr), bekommt zu festgesetzten Zeiten mäßiges Essen serviert von dem man die Hälfte liegen lässt. Man schüttet sich schlechten Rotwein hinter die Binde, um wenigstens ein bisschen schlafen zu können – ohne Erfolg natürlich. Nein, es ist kein Spaß, das Reisen.

Wegsein dagegen, das ist super. Was anderes sehen. Neue Menschen treffen, andere Tiere, unbekannte Pflanzen, ein neues Land. Die Anreise also lohnt sich allemal. Aber ist das alles auch diese quälende Rückreise wert? Schreiende Kinder, muffige Sitznachbarn, unhöfliche Toilettengänger, die einen anrempeln, schlecht gelaunte Stewardessen und schmerzende Gliedmaßen? Kein Mensch – nicht einmal die Chinesen an Bord schaffen das – kann in diesen Sitzen einigermaßen bequem elf Stunden verbringen. Und das war’s dann ja noch nicht. Drei Stunden am Flughafen rumlungern und dann geht das Ganze von vorne los. Irgendwer war doch mal dabei, dieses Beamen zu erfinden. Was ist daraus eigentlich geworden?

Trotzdem: Nach Neuseeland muss man noch mal hin. Schon alleine um doch noch den Tongariro Crossing mit Ngahuia zu machen und die Berge zu bewundern, Um mit Hone in einem Waka zu fahren und Fische zu fangen, um mit Minnie noch einen zweiten Kiwi zu finden und um die Wachstumsfortschritte meines kleinen Totara-Baumes im Regenwald von Joe zu erkunden. Niemand hat je behauptet Expeditionen ins Ungewisse wären nicht mit Qualen verbunden.

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